Großkraftwerke nicht mehr zeitgemäß

Diesem Umstand liegt vor allem die Tatsache zugrunde, dass Großkraftwerke in ihrem Betrieb nicht ohne Weiteres an oder abgeschaltet werden können. Das heißt, sollte der Energiebedarf einer Region steigen oder sinken, liefern diese Kraftwerke trotzdem die gleiche Menge Strom, was bei einer Überbelastung des Stromnetz zu Ausfällen führen kann. Dieses Problem ist momentan noch vernachlässigbar, da der Anteil des stark variierenden erneuerbaren Stroms zur Zeit noch nicht federführend ist.

Sollte er dies aber in den nächsten Jahren werden, wird es im deutschen Stromnetz, aufgrund unterschiedlich windstiller oder windstarker Stunden, zu erheblichen Energieschwankungen kommen. Fällt nun der Grundbedarf der benötigten Energieversorgung unter einen bestimmten Wert, drohen Stromausfälle, da Großkraftwerke eine Anlaufzeit von 7 bis 50 Stunden haben und so bei Energieengpässen nicht zu einem Versorgungsausgleich führen können. Dieses Problem wird mit dem voranschreitenden Ausbau der erneuerbaren Energien und ihrer vom Gesetzgeber garantierten vorrangingen Einspeisung in die Stromnetzte in Zukunft immer weiter zunehmen. Es kommt dabei zu einem Systemwiderspruch zwischen schwerfälligen Großkraftwerken einerseits und schwankendem Öko-Strom andererseits.

Neben dieser Problematik ist die klimaorientierte Effektivität solcher Großkraftwerke nicht mehr zeitgemäß. Früher bei der Konzeption und Entwicklung dieser Energieerzeuger wurde noch verhältnismäßig wenig Wert auf eine klimaschonende und rohstoffsparende Art der Energiegewinnung gelegt. Rohstoffe waren genügend vorhanden und ein globales Klimaproblem nicht akut.

Seit dem wurden Großkraftwerke zwar modernisiert, das Grundkonzept aber nicht an heutige Kriterien und Umstände angepasst. Das führt dazu, dass in konventionellen Großkraftwerken bei der Erzeugung von Strom der größte Teil des eingesetzten Rohstoffs als Abwärme ungenutzt durch so genannte Kühltürme entweicht. Dieses Verfahren verschwendet bis zu 70 Prozent der in dem Rohstoff eigentlich gespeicherten Energie. Viele Großkraftwerke kommen daher nur auf einen effektiven Wirkungsgrad von etwa 30 Prozent. Dieser Wert ist heutzutage vor dem Hintergrund der Erderwärmung und der begrenzten fossilen Rohstoffe nicht mehr akzeptabel.